VOM VERTRAUEN IN SICH SELBST

Wer bin ich? Ich habe das Gefühl, je älter ich werde, desto besser kann ich dir Frage für mich beantworten und desto mehr vertraue ich mir selbst.

Doch liegt es wirklich nur an den Erfahrungen, die mich prägen oder ist es nicht viel mehr so, dass jede Erfahrung von mir geprägt wird, basierend auf dem Filter, was ich kann und was ich nicht kann, meinen Angsten und vor allem, was meine charakterlichen Stärken und Schwächen sind?

Als ich vor Kurzem ein Gespräch mit meiner Mutter hatte, gestand sie mir, dass sie damals niemals erwartet hätte, dass ich mich in die Richtung entwickeln würde, in die ich mich entwickelt habe. Natürlich geht jeder Mensch durch unterschiedliche Phasen und hat viele Facetten, doch als Kind war ich einfach ein komplett anderer Charakter. Als ich nämlich noch ein Kind war, war ich nämlich sehr introvertiert und schüchtern. Ich war nicht viel unter Menschen, war sehr zurückhaltend und verbrachte lieber viel Zeit in den Fantasiewelten, in die ich durch das Schreiben floh. Doch selbst in jungen Jahren begleitet einen die Frage nach der eigenen Identität.

Wenn man nicht weiß, wer man ist, begibt man sich auf die Suche nach sich selbst. Und sowas lässt sich anhand von Fakten am besten ermitteln. Auch wenn meine Eltern mich ganz willkürlich Larissa nannten, war mein Name für mich sehr aussagekräftig. In meinem Fall Larissa, “die Liebliche” , die “Liebreizende”, “die Liebenswerte”, die “Lächelnde”, “die Möwe”. Ein Name mit einer mythologischen Herkunft und mit der Möwe als Symbol der Freiheit. Und um noch eins draufzusetzen: “Die Unbesiegbare”. Denn die Nymphe Larissa wurde der Legende nach vor die Wahl gestellt, die Geliebte von Zeus werden oder Selbstmord zu begehen. Sie entschied sich dazu sich das Leben zu nehmen und stürzte sich von einer Klippe. Larissa starb nicht. Denn Poseidon, der Gott des Meeres, rettete sie.

Außerdem war da noch mein Sternzeichen Fische. Damit kannte ich auch schon die Eigenschaften, die mir die Astrologie zuschreibt: Emotional, einfühlsam, romantisch, sensibel, verträumt, philanthropisch, intuitiv, kreativ und inspirierend.

Und um ehrlich zu sein kann ich auch nicht leugnen, dass diese Charaktereigenschaften auf mich gut zutreffen. Dennoch glaubte ich den Persönlichkeitseigenschaften eines Sternzeichens mehr, als ich mir selbst glaubte. 

Wenn wir für uns nicht definieren, wer wir sind, tun es Andere.

Im Umkehrschluss bedeutet das auch, dass wir uns positive Eigenschaften so lange suggerieren können, bis wir sie internalisieren.

Wir können uns Dinge sagen, wie:
Ich bin stark.
Ich bin glücklich.
Ich bin dankbar.
Ich bin schön.
Ich bin fröhlich.
Ich bin mutig.
Ich bin unabhängig.
Ich bin erfolgreich.
Ich bin zufrieden.
Ich bin optimistisch.
Ich bin genug.

Es ist ein bisschen wie mit dem gezwungenem Lachen, das sich in echtes Lachen verwandelt und für positive Effekte für Körper und Geist sorgt. Wir tricksen uns aus, indem wir lachen, auch wenn wir traurig sind und geben dem Körper eindeutige Signale, der wiederum für eine bessere Immunabwehr und eine Ausschüttung von Endorphinen sorgt.

Es gibt hierzu übrigens eine ganze Wissenschaft, die sich mit dem Thema beschäftigt: Gelotologie. Wer das mit dem Lachen nicht kennt, der wird mit der Technik des ruhigen Atmens in stressigen Situationen vertraut sein. Einmal tief durchatmen – schon ist man gleich viel ruhiger, auch wenn sich an der Situation erstmal nichts verändert hat.

Und ganz ähnlich funktioniert das Prinzip bei der Autosuggestion. Selbst wenn wir uns selbst anfangs nicht glauben, dass wir schön, stark und glücklich sind, verinnerlichen wir irgendwann diese Attribute und machen sie uns irgendwann doch zu Eigen, wenn wir sie wie ein Mantra immer wiederholen. Und spätestens wenn uns jemand ein Kompliment dafür macht, wie schön, stark und optimistisch wir sind, übernehmen wir diese Eigenschaften als Teil unserer Persönlichkeit.

Was mich angeht: Ich habe diese grundlegende Eigenschaften, die tief in mir sind und die mich ausmachen. Aber ich kann diese jederzeit wandeln. Ich habe mich in meiner Persönlichkeit die Jahre immer wieder gewandelt. Ende letzten Jahres habe ich mir gesagt, dass ich viel lebensfroher sein will. Was soll ich sagen? Ich glaube, es hat funktioniert. Denn ich ich spüre unglaublich viel Halt und Vertrauen in mir.

Was soll auch schiefgehen, wenn ich Fehler als Geschenk sehe?

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