RECHARGE YOURSELF

Ich schließe die Augen und inhaliere die frische Luft. Einatmen. Ausatmen. Als ich aufhöre bewusst zu atmen, fängt mich der Lärm meiner Umwelt auf. Wie ein Schleier legt sich dieser auf mich. Mit ihm kommen auch die Gefühle. Wie eine Wucht prallen sie auf mich ein. Aufeinmal werden die Geräusche um mich herum wieder quälend laut. Stimmen, Autos, bellende Hunde und die Straßenbahn. Autos, die in gegensätzliche Richtungen fahren, anhalten und weiterfahren. Irgendwie erinnern sie mich an mein Gefühlsleben.

In mir ist ein gewaltiges Netz aus Emotionen. Diese schnüren mir seit einigen Monaten den Brustkorb zu. Unvorstellbare Beklemmungen. Ich denke an die Menschen, die meine Kraft und Energie geraubt haben und es als wertvolles Gespräch betrachtet haben. Wertvoll – obwohl sie mir damit bewusst ein schlechtes Gefühl vermitteln wollten. Dieser Knoten im Brustkorb lässt sich nicht so einfach lösen. Ich bin auch keine Tanksäule an der sich jeder bedienen kann.

Ich schließe erneut die Augen und suche Ruhe in mir. Es fällt mir schwer die Lautstärke meiner Emotionen zu ertragen. Sie schreien nach Aufmerksamkeit. Und während ich meine Augen schließe und nach der Ruhe in mir suche, ertrage ich die Lautstärke meiner widersprüchlichen Emotionen nicht. Sie schreien erneut nach Aufmerksamkeit und nehmen mir Raum für Ruhe und positive Gedanken.

Egal wie viel auf mich eingetreten wird. Am Ende des Tages heißt es: Du fühlst zu viel! Du wurdest mit Worten geschlagen und trotzdem bleibt es dabei: Du fühlst einfach zu viel! Was Energie angeht, so bin ich alles andere als geizig. Ich teile mein Lachen, höre gerne zu, schenke gerne Zeit und Aufmerksamkeit. Aber ich bin deshalb noch lange keine Tanksäule, der man ungefragt die Energie raubt. Das Resultat daraus ist das Gefühl sich leer zu fühlen und das Bedürfnis nach Leichtigkeit und Energie zu verspüren.

Ich gehe in den Wald. Ich kann nicht aufhören zu laufen. Ich wende meinen Blick gen Himmel und sehe wie braun-gelb gefärbte Blätter sanft auf mich fallen. Ein paar letzte Sonnenstrahlen strahlen auf meinen Weg. Die feuchte und frische Luft tut mir unheimlich gut. Ich bin alleine und bleibe einen kurzen Moment stehen. Dann schließe ich die Augen und atme tief ein und aus. Tanke Energie.

Der Herbst ist schön.

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1 comment

Vanessa 30. November 2019 at 11:36

Toller Beitrag Larissa! 🙂

Ich habe mich so sehr in deinen Worten wiedergefunden. Ich bin ein sehr introvertierter Mensch und hochsensibel, weshalb ich mich schnell sehr überwältigt fühlen kann. Doch selbst wenn alles ruhig ist, drehen sich manchmal meine Gedanken im Kreis, werden laut und trotzdem kommt nichts aus mir heraus. In solchen Momenten dann in der Natur zu sein oder meinen Leidenschaften nach zu gehen hilft mir dann sehr wieder zur Ruhe zu finden.

Liebe Grüße
Vanessa

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