SNOW WIND

Bei dem Gedanken regt sich in mir etwas. Es fröstelt mich. Ich stecke im Schnee fest. Mein Körper zieht sich zusammen und meine Gedanken machen sich erneut selbstständig. Ich denke an den letzten Traum und verfluche ihn. Ihn und die Worte die ich danach in den Mund genommen habe. Es kommt mir vor als hätte ich in die Zukunft gesehen und gleichzeitig hoffe ich, dass ich mich verdammt nochmal täusche. Um ehrlich zu sein widert mich der  Traum nur noch an. Ich fühle mich allein. Bin kalt. Hilflos. Ausgeliefert. Ich muss mich getäuscht haben. Immer wieder sage ich es mir. Mein Verstand spinnt. Das kann nicht sein. Bitte nicht. Ich kann das nicht.  Der Schnee fällt nicht friedlich. Er ist nicht ruhig. Diesmal nicht.

Der Stress. Es war der Stress denke ich und warte kurz ab. Du hast getan als ob einfach alles schön ist. Als ob die Landschaft schön ist. Weil der ganze Schnee sie bedeckt und ihre Hässlichkeit verbirgt. Sie wunderschön macht. Aber glaubst du etwa dein Körper reagiert darauf nicht? Denkst du er ignoriert alles was dir angetan wurde? Alles was du erlebt hast? Nein, dein Körper ist nicht nur deine Waffe. Dein Körper ist mehr. Denn er umschlingt deine Seele. Ist eng mit ihr verbunden. Du kannst nicht nur den Schnee sehen. Du musst der Wahrheit ins Gesicht sehen – nämlich dass ihm geschadet wurde. Wenn auch verbal. Es ist fühlt sich so an als ob ich im kniehohen Schnee fest stecken würde. Und niemand ist jetzt da um mir zu helfen. Niemand könnte mir jetzt helfen.

Ich habe meinem Körper zugehört. So ist es nicht. Ich habe gelauscht wie er reagiert – was er möchte und wie es ihm geht. So gut es in der Situation geht. Ich habe nicht immer ihn belohnt. Nein, manchmal habe ich mich und damit ihn bestraft. Aber ich meinte alle Anzeichen verstanden zu haben. So sehr dass ich selber Maßnahmen getroffen hatte. Ich war überzeugt. Im Nachhinein wurde ich mir allerdings dem bewusst, dass ich meinen Körper nicht in Griff haben konnte. Klar ist es meiner. Klar lebe ich über zwanzig Jahre in ihm. Wachse mit ihm. Reife mit ihm. Lerne ihn kennen. Aber dennoch ist er kein offenes Buch. Dennoch ist er sensibel. So wie mein Charakter es ist. So wie meine Seele Worte aufnimmt. Ich begreife in dem Moment, dass etwas reagiert hat, dessen ich mir nicht bewusst sein konnte. Nicht in dem Zustand zumindest. Der weiße Schnee hatte alles bedeckt. Leise rieselte er über meine Welt. Bedeckte sie ganz unschuldig.

Ich rutsche aus und lande im Schnee. Es ist glatt. Niemand hat den Schnee weg geschippt. Ich blicke auf den Himmel und es beginnt erneut zu schneien. Ich muss es nun selber schippen. So viel steht fest.

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5 comments

Zuckerbrotliebe 5. Dezember 2017 at 18:00

Richtig tolle Jacke. Gefällt mir super. LG

Reply
nici 6. Dezember 2017 at 00:14

Die Jacke sieht so flauschtig aus 😉
Wäre sie noch Pink, würde ich sie sofort anziehen ^^.
Ein toller Text.. hast du den am Ende auch den Schnee weggeschippt? ^^

Alles liebe

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Mona 6. Dezember 2017 at 22:15

Ich lese deine Texte wirklich sehr gerne. Sie regen wirklich zum Nachdenken an!
Liebe Grüße, Mona

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Yvonne 7. Dezember 2017 at 05:50

Super süßes Outfit!

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Héloise 7. Dezember 2017 at 17:47

Tolle Fotos und ein schöner Text! Ich war völlig überrascht vom ersten Schneefall, konnte es gar nicht recht fassen =)
Love, Héloise
Et Omnia Vanitas

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