KAMPF ODER FLUCHT

Es gibt zwei Arten wie wir Menschen instinktiv auf Angst reagieren: Kämpfen oder Flüchten. Wenn uns etwas bedroht wollen wir erstmal davon rennen. So schnell wie möglich weg von allem. Die zweite mögliche Reaktion ist viel schwieriger. Man unterdrückt den Wunsch zu flüchten. Statt wegzulaufen stellt man sich dem und kämpft. Kämpft gegen schlechte Gefühle an. Gegen Ängste. Gegen Trauer.

Manchmal hat man einen sehr langen Weg vor sich. Man denkt, dass dieser Weg so schrecklich lang ist und man es nie schaffen wird. Man beeilt sich und stolpert. Man beeilt sich immer mehr. Jedes Mal wenn man wieder aufsteht sieht man, dass es nicht weniger wird. Und dann fällt man erneut. Man strengt sich noch mehr an und kriegt es mit der Angst zum Schluss. Bis man an den Punkt kommt wo alle Reserven aufgebraucht bin. An den Punkt wo keine Kraft mehr ist. Obwohl der Weg immer noch vor einem liegt. Dann bilden sich erneut Wege. Man handelt zu schnell, zu unbedacht. Aus Angst vor der Zeit. Aus Angst vor Versagen. Dann sagt man sich „Lächel. Schluck es runter. Immer schön lächeln. Das ist das einzige was du echt gut kannst.“

Früher dachte ich immer alles was mit flüchten zu tun hat ist Versagen. Aber das ist es nicht. Man muss wissen welchen Kampf man austragen sollte. Und welcher bereits aus bestimmten Gründen verloren ist. Nur eins darf man nicht tun. Man darf nicht das Ziel sehen, verstehst du? Das ist das, was jeder immer vergisst. Jeder meint, man muss nur an das Ziel denken. Die Wahrheit ist, dass man den nächsten Schritt sehen muss. Immer wieder an den nächsten.

 

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1 comment

Anna 10. Oktober 2017 at 11:00

Toller Text. Wie immer. Und schöne Bilder 🙂

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