SYSTEM OVER GOALS


Ein Mann sagte mal zu mir dass ich eine Treppenfrau bin. Ich gehe Treppe für Treppe zu meinem Ziel. Immer nach oben. Eine bekannte Autorin schrieb mir „If you can imagine it, you can achieve it; if you can dream it, you can become it.“ Das war sehr motivierend. Aber auch so hatte ich immer viele Träume und Ziele. Ich habe immer sehr lange daran festgehalten. Im Alter von 14 Jahre träumte ich davon, ein Schloss zu besitzen. Ich rechnete mir aus dass ich dafür lebenslänglich sparen muss. Und als ich das tat, wurde ich realistisch dass das nicht möglich sein wird. Und das war okay – weil ich mir selber darüber klar wurde dass das nicht klappen wird. Weil ich eben auch Realist bin und keine Prinzessin in einer Luftblase. Mit jeder Treppe die ich in meinem Leben stieg, stieg auch der Druck. Der Druck gut zu sein und etwas im Leben zu erreichen. Ich stand ständig unter Strom. Das machte alles anstrengend und noch viel schwerer. Als ich mein Abitur erreichte, sollte es sich für mich befreiend anfühlen. Aber das war es nicht! Kaum hatte ich das Abitur geschafft, quälte ich mich mit Zukunftsängsten. Trotz all der Träume und klarer Ziele die ich hatte. Trotz meiner guten Selbstreflexion und meinen Vorstellungen. Ich wusste auf einmal nicht mehr wohin mit mir. Welche Ziele soll ich einschlagen? Wo führt mich das hin? Setze ich mir zu hohe Ziele?

Als ich dann anfing zu studieren, war das Ziel im Blick. Nur der Weg nicht. Aber gerade in letzter Zeit habe ich gemerkt, dass der Weg viel wichtiger als das Ziel ist. Wenn man sich ein Ziel setzt, ist das ein wunderbares Gefühl. Es ist eine Richtung auf die man hin arbeitet. Für die man sich selber entschieden hat. Und wenn man das Ziel erreicht hat wird man belohnt. Allerdings habe ich festgestellt, dass die Belohnung oftmals ein kurzer Augenblick des Glücks ist. Und wenn der Weg eine Qual ist, fühlt es sich auch nicht wie eine befriedigende Belohnung an. Das System gibt uns vor, dass man einfach durchhalten soll. Durchhalten bis zum Ziel. Dabei sollte es Spaß machen und nicht nur ein verankerter Plan sein. Wenn dann das Ziel erreicht ist, ist es eben erreicht. Aber was haben wir davon, wenn der Weg bis dahin einfach nur voll gepackt war mit einem Plan und mit Stress?

In den letzten Jahren habe ich gemerkt, dass es nicht immer um das Ziel geht. Selbst wenn es langfristig erfolgsversprechend ist, ist es viel wichtiger was wir aus dem Weg machen. Denn der Weg bis dahin ist unsere Lebenszeit. Zeit, die wir nie wieder bekommen. Also sollten wir uns bei unserer Wahl vor allem immer für den richtigen Weg entscheiden. Nicht nur für das richtige Ziel. Klar kommt es vor dass wir meinen, den richtigen Weg einzuschlagen – uns aber täuschen. Das ist menschlich. Das ist normal. Aber dann sollten wir einfach daran festsetzen, ein neuen Weg zu finden. Etwas zu ändern. Denn neue Wege und Pfade ergeben sich immer. Die Hauptsache ist dass der Weg uns glücklich macht. Nicht dass er uns so lange ausschöpft, bis uns nicht mal mehr das Ziel befriedigen kann.

Es geht im Leben nicht nur um das Ziel. Es geht um den Weg bis dahin. Der Zeit zwischen den Zielen. Und aus dieser sollten wir etwas machen. Ändern. Verändern. Orientieren.

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5 comments

Nadja 31. August 2017 at 17:29

Schöner Post. Wundervolle Bilder

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Larissa 31. August 2017 at 18:06

Hey Namensvetterin 🙂 Tolle Seite! Kann man echt neidisch werden was für schöne Bilder du von dir hast 😉

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luigi 31. August 2017 at 18:11

tolle bilder grüße, dein papa

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Ben 2. September 2017 at 12:15

Hübsche Frau

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Katja 2. September 2017 at 12:17

Schöne Bilder. Du hast so recht. Es ist so wichtig darauf zu achten, dass auch der Weg das Richtige ist. Nicht nur das Ziel <3
Grüße

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